Hochzeitstagebuch

Katharina | Mai 30, 2006 8:00

Mein Wecker hat dann auf jeden Fall um 5:00 Uhr geklingelt, alle anderen haben noch geschlafen. Ich bin da erstmal in Ruhe Baden gegangen um auch erstmal richtig munter zu werden. Danach habe ich mir ein schönes Frühstück gemacht. Konnte leider nicht auf die anderen warten, weil um 7:00 Uhr schon meine Friseurin Kerstin bestellt war. Na und alles eindrehen und warten bis man unter dieser Haube trocken ist dauert auch seine 1,5 Stunden… Zwischendurch hat mich meine Schwester Claudia noch geschminkt und dann rückte der Zeiger auf der Uhr immer weiter nach vorn. Axel müsste nun auch schon die Blumen versorgt und das Auto geschmückt haben. Allerdings machte mir eine Sache noch etwas Bauchweh und das war das Wetter. Seid ich aufgestanden bin goss es in Strömen und der Wind „windete“ so dolle er konnte. Naja, da konnte man nichts machen, ich musste weiter im Plan. Meine Mama und Kerstin haben mir beim Anziehen geholfen und mussten dann aber auch los. 9:45 Uhr rollte dann, der von Axels Chef geliehene Audi A8 Avant, wunderschön mit einem Rosenherz geschmückt auf den Hof. Axel klingelte und ich machte die Tür mit ganz zittrigen Händen auf. Wir wussten beide nicht was wir sagen sollten. Axel sah soooo gut aus! Und damit wir nicht zu spät kamen, musste ich ins Auto einsteigen, was gar nicht so einfach war, da der Reifrock einfach mal so hoch klappte J. Wir konnten die Augen nicht voneinander lassen und im Nu waren wir schon auf dem Obermarkt. Kurz zum Wetter: ich habe die Tür bei meinen Eltern geöffnet und es hat aufgehört zu regnen, später zogen die Wolken sogar weg und es kam die Sonne raus…


Jedenfalls ging das Aussteigen besser – wir begrüßten erstmal alle und gratulierten der Oma zu ihrem heutigen 86. Geburtstag. Die ersten Fotos wurden auch schon geschossen und dann ging es los… Aufgeregt uns Händchen haltend saßen wir da und hörten der Standesbeamtin zu (wobei ihr mich nicht fragen dürft, was sie erzählt hat…), als Axel dann gefragt worden ist, ob er mich heiraten will, war es bei mir aus. Ich konnte meine Freudentränen nicht mehr zurückhalten, es war so ein bewegender Moment und auch wenn ich das jetzt so runter schreibe kriege ich noch eine Gänsehaut und muss aufpassen, dass ich nicht schon wieder losheule. Die Unterschriften klappten perfekt, ich gebe zu ich habe vorher ein – zweimal geübt…
Als krönenden Abschluss habe ich dann noch meinen neuen Ausweis als Frau Katharina Strahl ausgehändigt bekommen.

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Beim Rausgehen aus dem Standesamt empfing uns die Feuerwehr Kleinwaltersdorf mit einem Schlauchtorbogen und einem Spalier, der halbe Obermarkt war voll von Leuten, die wir alle kannten und die uns gratulieren wollten. Es rieselte jede Menge Reis! Und die Feuerwehr hatte die Handdruckspritze mit und Axel musste pumpen und ich musste mit dem Wasserstrahl 3 Dosen von Metallständern runter spritzen. Es war sehr lustig und wir haben es in bravouröser Teamarbeit gemeistert. Dann mussten wir ein Herz aus einem Bettlaken ausschneiden und durch das „Loch“ durchgehen. Es war spitze – aber wir mussten dann auch los, da wir mit dem Fotografen vereinbart hatten, dass wir nach dem Standesamt ins Atelier kommen und danach in den Park. Die Fotos sind ein Traum geworden, im Park schien sogar noch mal die Sonne und der Springbrunnen war auch in Betrieb. Das nächste Paar wartete übrigens auch schon auf den Fotografen…
Da wir noch Zeit hatten, bis die Kirche anfing, fuhren wir auch noch mit nach Hilbersdorf, wo unsere Eltern, Großeltern und Geschwister und ein Teil der schon anwesenden Gäste warteten bis die Kirche anfing. So richtig was essen konnte ich nicht, hatte Angst dass ich mein Kleid beklecker… So haben wir uns mit trocken Weißbrot gestärkt und „jagten“ dann die ersten zur Kirche, damit sie schon mal Aufstellung nahmen. Der Fotograf war auch schon wieder vor Ort und knippste was das Zeug hielt. Es war toll zwischen all unseren Freunden, der Familie, den Onkels und Tanten durchzulaufen, jeder nickte dir zu und auch die Sonne strahlte auf uns herab!

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In der Kirche saßen auch viele aus unserem Freundes-, Nachbar- und Bekanntenkreis, die „nur kucken“ wollten – das heißt die Kirche war fast voll. Mit Pfarrer Bartl hatten wir ja im Vorfeld schon alles abgesprochen und es lief. Auch die direkte Gratulation mit Oma war ein schöner Höhepunkt.
Mit über 25 Autos in Schlange sind wir dann zur Sumpfmühle Hetzdorf aufgebrochen, sah schon cool aus… In Hetzdorf am Dorfplatz bog Jörg (unser Fahrer) ab und lies die anderen weiterfahren. Ich dachte mir nichts dabei, da wir es so abgesprochen hatten, dass alle wieder vor uns da sind. Ebenso dachte ich mir nichts, als ich auf dem Parkplatz, wo wir warteten eine Pferdekutsche stand… ich sagte noch so „oh, kuck mal, hier heiraten auch welche…“, als dann Jörg und Axel ausstiegen, dachte ich mir noch was geht denn jetzt los?! Jörg fragte mich schon kurz vorm anhalten, ob ich die Strickjacke von Andrea haben möchte, wo ich mir so dachte – wir sind doch gleich da, jetzt brauch ich auch keine mehr… bis ich endlich geschnallt hatte, dass die Kutsche für uns ist und dass das Abbiegen ein Umsteigen bedeutete. Ich war total durch den Wind, mit so einer tollen Überraschung habe ich nicht gerechnet…

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Also fuhren wir mit der Kutsche vor. Nach einem Sektempfang, Holzsägen, Wäsche abnehmen und einer langen Schlange Gratulanten ging es daran die „Eröffnungsrede“ zu halten und ich muss sagen, mir hat die sowohl von Axel, als auch von meinem Vater sehr sehr gut gefallen.
Und da schon alle ganz hungrig gekuckt haben, ließen wir keine Zeit vergehen und schnitten die Hochzeitstorte an. Axel hat jedem das Stück Torte persönlich an den Platz geschafft.
Zwischen den Mahlzeiten wurde uns ein buntes Programm geliefert, Tante Karin übergab uns schon mal zwei Kinder aus Brot, meine Mama brachte uns Wäscheleine und Klammern, Andrea war als Storch Adebar verkleidet und zeigte uns schon mal eine Vielfalt an Kindern, Tobi bezog gleich alle mit ein um die richtigen Wörter mit den umgehängten Buchstaben zu finden, na und Micha stellte uns auf die Probe, inwieweit wir denn mit unseren Auskünften, Plänen und Wünschen übereinstimmen…
Es war ein toller bunter Abend. Mittendrin stand auf einmal Rolf Wagner (Leiter der 1. Wachschicht der Feuerwehr Freiberg) im Raum, gratulierte uns herzlichst und bot uns an mit der Drehleiter zu fahren, was wir natürlich nicht ausschlagen konnten. Es war ein Traum – wir fuhren gemeinsam in den 7. Himmel hinein…
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Nach einem sehr reichlichen und sehr leckerem 3-Gänge Abendessen, eröffneten wir die Tanzfläche. Unser vorher in der Tanzschule Richter geübter langsamer Walzer zum Lied „You light up my life“ war großartig, nichts ging schief und es war einfach nur toll in Axels Armen zu tanzen und ihn anzuhimmeln…
Danach durften alle mal ran, ich habe auch glaube ich mit jedem getanzt. Toll war auch, dass wir uns 3 Tanzpaare aus dem Publikum raussuchen durften und die dann mit der vom DJ vorgegebenen Musik „um die Wette“ tanzen mussten – Michael + Silke, Mandie + Klausi und Mandy + Marcel haben ihr bestes gegeben.
Die Zeit verging jedenfalls auch ohne Entführung wie im Fluge, gerade haben wir noch ausgiebig getanzt und dann holt uns meine Schwester in die Mitte um mir den Schleier abzunehmen und uns beide zu Hausfrau und –mann zu machen. Das Häubchen und die Zipfelmütze standen uns ebenfalls ausgezeichnet gut!
Diese Tradition machte dem Abend aber noch lange keinen Abbruch, ganz im Gegenteil, die Tanzfläche kniete voll als der DJ „We will rock you“ von Queen spielte. Selbst die Oma Charlotte hielt bis zum Ende durch.
Als wir dann so gegen 3 die letzten Gäste ins Taxi gesetzt und die Geschenke gut verstaut hatten, gingen auch wir Richtung Zimmer, Axel trug mich auch traditionsgemäß über die Schwelle… wir hatten ein tolles Zimmer, eher wie ein Appartement. Die Tür zum Schlafzimmer ließ sich allerdings sehr schwer öffnen, da die vielen Luftballons im Zimmer dagegenhielten. So mussten wir erstmal das Bett von Ballons befreien. Wobei wir mit Stolz behaupten dürfen, dass uns nur 2 geplatzt sind… Glücklich über diesen wunderschönen Tag, die vielen Überraschungen und die Gewissheit zueinander zu gehören, ließ uns dann endlich ins Bett fallen …..Am nächsten Morgen ließen wir das ereignisreiche lange Wochenende mit unseren Lieben an einer Frühstückstafel ausklingen. Die Reste von Kuchen und Abendessen haben wir noch an alle verteilt, die Geschenke in die Auto verteilt und alle herzlichst verabschiedet.Es wird uns unvergessen bleiben ! ! !

2 Responses to “Hochzeitstagebuch”

toli wrote a comment on August 3, 2006

Nagut dann mach ich mal den Ersten, der einen Kommentar hinterläßt.
Ich kann auch nur bestätigen das es eine sehr schöne Hochzeit war und das ihr beide die Glücklichsten Menschen in diesem Augenblick wart, denke das sieht jeder der sich die Bilder anschaut. Ich könnte hier jetzt noch was von Wünschen für die Zukunft schreiben, denke aber ihr wißt schon was ich euch wünsche. Und ich muß jetzt erstmal den Flitterwochenartikel lesen und die Bilder anschauen.

Tobi

Renate wrote a comment on August 15, 2006

Hallo Ihr Zwei!
Als Ihr uns Euren Hochzeitstermin mitteiltet, haben wir uns riesig gefreut! Es ist ja nichts Neues, dass wir schon immer bissel darauf gewartet hatten…
Stefan hatte, genau wie bei Andrea und Jörg, von Stund an nur noch die Gestaltung der Hochzeitstorte im Kopf – und meine ersten Gedanken waren natürlich: “was zieh ich bloß an”…
So schnell wie in diesem Jahr wurde es wohl noch nie Mai!
Plötzlich rückte noch die Sorge um Oma`s Gesundheitszustand in den Vordergrund. Der Wille, Euren schönsten Tag auch noch erleben zu dürfen siegte!
Allein über die Vorbereitung des Polterabends könnte man Bücher schreiben. Alle Befürchtungen, ob`s Essen reicht, ob`s nicht zu kalt ist usw. unbegründet! ( typisch Mutter )
Ihr hattet alles perfekt vorbereitet, mehr als genug angeschafft und es gibt bestimmt keinen von den über 200 “Polterern”, die diesen besonderen Himmelfahrtstag vergessen werden.
Danke auch den vielen fleißigen Helfern!
Als ich am 27.05.06 mit den Hühnern aufstand, um mich noch vor Eurer Trauung um das Geburtstagskind Oma Charlotte zu kümmern, war sicher nicht zu unterscheiden, ob mehr Wasser
aus den Wolken, oder aus meinen Augen kam!Klitschnass anschliesend mit dem Rad zum Friseur, immer krampfhaft an Axel`s Worte denkend”Mutter, jammere ja nicht rum, dass es ausgerechnet heute regnet”!!!!
Aber die da oben hatten ein Einsehen, sogar die Sonne lies sich noch sehen. Als Jörg dann mit dem Hochzeitsauto Axel abholte, um ihn zu seiner Braut zubringen, wars mit dem letzten Funken Ruhe vorbei…
Ob Standesamt, Kirche, die eigentliche Feier, alles wurde perfekt, wunderschön und unvergesslich!
Wir sind stolz und dankbar, dass wir erst bei Jörg und Andrea und jetzt bei Euch soetwas Einmaliges erleben durften und wünschen Euch ein Leben lang alles Glück der Welt!
Eure Eltern

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